Senin, 05 Maret 2012

Dfb Pokal 1970 1971 Bayern München FC Köln

Final
19 June 1971
Neckarstadion, 

Stuttgart
Attendance: 71,000
Referee: Ferdinand Biwersi

   Ganz klare, dicke Striche sind gezeichnet: Bayern München ist im Finale der Superfavorit und der 1. FC Köln ein Außenseiter im Miniformat. Der Skandal lahmt die Mannschaft, denn Manfred Manglitz steckt ja mittendrin, und das neutrale schwäbische Publikum empfängt die Mannschaft vom Rhein denn auch mit einem Pfeifkonzert. „Als ob wir was dazu könnten ...", beklagt sich Wolfgang Overath, Die Münchner sind mit 15 000 Schlachtenbummlern ins Neckarstadion gezogen. Ihr „Bayern, Bay-ern" beherrscht die Szene. Die 5000 Kölner fallen kaum auf. Und die Partie beginnt, als wenn sich die Bayern keine Zeit lassen dürften. Ein Sturmlauf, wie er im Buche steht. Angriff auf Angriff. Beckenbauer im Mittelfeld, als wenn er Ankurbler vom. Dienst und nicht der Libero wäre.


Das erste Tor fällt auch früh. Aber es fällt für Köln, Die 71 000 im ausverkauften Kessel sind perplex. 1:0 für Köln! Parits hat sich an der ersten Sperre der Abwehr vorbeigespielt und zu Rupp geflankt. Der Mittelstürmer düpiert den Riesen Schwarzenbeck, der fast einen Kopf größer ist, und schießt schräg ins Tor. Sepp Maier hat keine Chance. Die Szene um das Spielfeld verändert sich. Respekt vor Köln, dem Außenseiter, und erster Beifall. Auch die Szene drinnen ist anders. Die Bayern finden nur schwer ihren Rhythmus. Der Schock sitzt tief. Und dazu kommt die Angst vor einem zweiten Tor. Denn dann könnte alles vorbei sein. Das Volk bejubelt Milutin Soskic, den Jugoslawen im Kölner Tor. Was der alles hält, abklatscht, im letzten Moment noch wegfaustet... Bis zur Pause bleibt es beim l :0 für Köln. Zweite Halbzeit. Die Bayern legen das erwartete Powerplay vor. Müller frei - doch noch abgeblockt. Beckenbauer rückt auf. Nach 52 Minuten 1:1. Ein tolles Tor. Beckenbauer, wie so oft in der Kölner Hälfte postiert und von niemandem bedrängt, spaziert durch die Abwehr. Paß zu Mro-sko. Mrosko schießt, und Soskic pariert. Aber der Ball war viel zu scharf, um dem Torwart eine Chance zu lassen, ihn auch festzuhalten. Seitlich springt er weg, vor Beckenbauers Füße. Der Nachschuß ist unhaltbar. Beckenbauer wird gefeiert. „Kaiser Franz" ist in der Tat in dieser Stunde der Größte. Warum ihn die Kölner nicht sorgfältiger beaufsichtigen? Das wird später oft gefragt. Es bleibt ein Rätsel. Je ein Abseitstor für beide Mannschaften, Proteste hier und dort. Zwei Delikte im Kölner Strafraum, die nach Elfmeter riechen. Nach 72 Minuten Platzverweis für Koppenhöfer. Der Verteidiger hatte seinen Gegenspieler LÖhr getreten, als der am Boden lag.

„Er hat mich provoziert", klagte Koppenhöfer; doch gegen die Entscheidung des Schiedsrichters, dem in dieser Stunde so mancher Patzer unterlief, half kein Veto. Zehn Münchner gegen elf Kölner, und noch 18 Minuten zu spielen. Die Gewichtsverlagerung wird optisch nicht deutlich. Die Bayern halten mit. Nach 90 Minuten immer noch 1:1, also Verlängerung um zweimal 15 Minuten. Die Zeit der Wadenkrämpfe bricht an. Die Masseure haben mehr zu tun als sonst in drei Spielen. Wiederholung im August in Berlin? Noch fünf Minuten, vier, drei, zwei... Eckball für die Bayern. Der Ball kommt zu Schneider. Der schießt. Soskic wirkt wie erstarrt: 2:1. Sieg, Jubel, Niederlage, Tränen. Der Favorit hat gewonnen. Soskic, Weber, der gegen Gerd Müller so mächtig imponierte, Rupp und Flohe waren die Stars der geschlagenen Mannschaft. Es war nicht der große Tag des Wolfgang Overath. Es war der große Tag des Franz Beckenbauer. Auch Mrosko imponierte, selbst wenn er die leidenschaftliche Anteilnahme bisweilen übertrieb. Nachdem ihm Biwersi die gelbe Karte gezeigt hatte, wurde er ruhiger, ohne an Wirkung nachzulassen. 

 Bei den Bayern und bei den Kölnern wurde geheult, wenn auch aus verschiedenen Anlässen. Udo Lattek: „Ich muß meiner Mannschaft ein Lob zollen, ohne jegliche Einschränkung." Kölns scheidender Trainer Ernst Ocwirk: „Es ist bitter, mit einer Niederlage scheiden zu müssen..." Bernd Rupp gelobte, nie mehr in einem Endspiel mitzuwirken. Beim letzten Mal dem Außenseiter Offenbach unterlegen, jetzt dem Favoriten Bayern. Biskup kämpfte mit den Tränen, „Nichts wie Urlaub! Auf nach Dänemark. Vielleicht kann ich's dort leichter vergessen", sprach er mit gedämpfter Stimme. Sepp Maier wurde gefragt, ob er nach dem Platzverweis Koppenhofers noch an den Erfolg geglaubt habe: „Natürlich; ich wußte, daß wir kon-ditionell stärker waren," Franz Beckenbauer dozierte so selbstbewußt wie ein Universitätsprofessor: „Das war eine reine Nervensache. Natürlich war ich restlos glücklich, als Edgar Schneider uns' erlöste!" Koppenhöfer, der Unglücksrabe, dem die Freude über den Sieg so schwer fiel, beschönigte nichts: „Mir sind die Nerven durchgegangen ..." Bei der Ehrung war er nicht dabei. Er blieb in der Kabine sitzen, wie ein Häufchen Unglück. Aber er wird es verwinden, und Bernd Rupp wird beim nächsten Endspiel mit dem 1. FC Köln, wenn es eines gibt, doch wieder dabeisein.




MÜNCHEN: Maier, Koppenhöfer, Sciiwarzenbeck, Beckenbauer, Breitner, Zobel, Hoeneß (86. Hansen), Roth (67. Schneider), Mrosko, Müller, Brenninger.
KÖLN: Soskic, Thielen (98. Cullmann), Biskup, Weber, Hemmersbach, Flohe, Overath, Simmet (78. Kapellmann), Parits, Rupp, LÖhr.
Tore: 0:1 Rupp (14.), 1:1 Beckenbauer (52.), 2:1 Schneider (118.); Zuschauer:

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